Der erstaunliche wissenschaftliche und technische Fortschritt der Menschheit kann als wesentliches Merkmal unserer Zeit bezeichnet werden. Heutzutage hat sich der Mensch, aufgrund des Einsatzes der neuesten wissenschaftlichen Errungenschaften in den verschiedensten Bereichen, einen Wohlstand geschaffen, der sich von dem der Vergangenheit deutlich unterscheidet. Man könnte fast sagen, dass der Mensch, im Bezug auf sein materielles, weltliches Leben, keine Mühen gescheut hat und auch gute Ergebnisse erlangt hat.

Doch im Gegensatz zu dem wissenschaftlichen Fortschritt, leidet der heutige Mensch an einem gefährlichen geistigen sowie moralischen Manko. Beobachtungen und augenscheinliche Anzeichen lassen erkennen, dass die Menschen in aller Welt dieses Manko sehr wohl empfinden und sich gleich einem Durstigen, nach einem Tropfen geistigem Glück sehnen, welches ihr Leben in Ordnung bringt und ihnen ihre Glückseeligkeit gewährleistet. Ein Weg, welcher das Unrecht, die Ungerechtigkeit, die Armut, die Verdorbenheit als auch die Ziel- und Bedeutungslosigkeit, welche ihr Leben bestimmen, für nichtig erklärt und ihnen die Tore zum dies- als auch jenseitigen Glück öffnet.

Diese Ausweglosigkeit hat ihre Wurzeln in der Annahme, dass Wissenschaft und Religion miteinander nicht zu vereinbaren sind. Für eine gewisse Zeit regierte in Europa die wissenschaftsfeindliche Religion der Kirche, sie bot ihre endgültige Lösung. Danach wurde die religionsfeindliche Wissenschaft der Neuzeit als rettender Engel aus der Not dargeboten und anstelle der ersten Lösung gestellt. Doch die bittere Tatsache war, dass keiner von beiden imstande dazu war, den in Selbstgefälligkeit und Unbedachtheit aufgegangenen, im Labyrinth der Gelüste sowie Weltverehrung umherirrenden Menschen Hilfe zu leisten, sondern beide trugen fortwährend zu seinem Niedergang bei. Doch kann es wirklich sein, dass sich Religion und Wissenschaft in solch einem Widerspruch befinden?!

Unsere Botschaft hier in den theologischen Schulen, welche gleichzeitig die deutliche Botschaft des Islam darstellt, ist, dass beide Bereiche, d.h. Wissenschaft und Religion, in Verbindung und Einklang zu einander stehen. Man kann in allen wissenschaftlichen Bereichen sowohl ein religiöser Wissenschaftler als auch ein wissender Gottesfürchtiger sein. Das Imam Khomeini Institut, als Zentrum für Islamische Bildung und Wissenschaftliche Studien, hat es sich, als eine der Hauzah (das ist das System der theologischen Schulen des Landes) zugehörige Institution, zur Aufgabe gemacht, diese wichtige Angelegenheit in den verschiedenen Bereichen der Humanwissenschaft unter Beweis zu stellen.

Unser Institut, dessen Aktivitäten bis in die Zeit vor der Revolution zurückgehen, hat seinen Beginn in der Gründung der Unterrichtsabteilung im Dar Rahe Haqq – Institut und fand später (nach dem Sieg der Islamischen Revolution) die Unterstützung des Gründers der Islamischen Republik, Imam Chomeini (r.h.). Auch jetzt, beschreitet es, durch die Unterstützung des Führers der Islamischen Republik, Großayatollah Chamenei, seinen Weg zur Vervollkommnung weiter. Das Studienangebot unseres Instituts umfasst zwölf Richtungen der Humanwissenschaft, welche in drei Studienabschnitte – I. Diplomprüfung, II. Diplomprüfung und Doktoratstudium – gegliedert sind und in zwei Abteilungen – der Studien- und Forschungsabteilung – veranstaltet werden. Dabei können wir bei unserer Tätigkeit auf die Hilfe von Hunderten von Studenten und Forschern zurückgreifen. Die Studien- und Forschungstätigkeiten an unserem Institut umfassen darüber hinaus auch ein Fernstudium, Unterricht für Frauen und die Arbeit an einer Enzyklopädie der Geisteswissenschaften. Wir veröffentlichen daneben auch Fachzeitschriften und Bücher zu Themen verschiedener Bereiche der Humanwissenschaften. All dies findet durch den Einsatz verschiedener technischer Mittel, wie Computersystemen, Sprachlabors, einer Abteilung für Film- und Tonaufnahmen, eine Verbesserung an Qualität. Wir sind stolz darauf, durch den Einsatz unserer Mitarbeiter sowie der Bereitstellung all dieser Möglichkeiten, ernsthafte Schritte dahingehen zu unternehmen, zur tieferen Erkenntnis sowie der Erweiterung der islamischen Kultur beizutragen.

Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen der Hauzah (d.h. dem System der traditionellen theologischen Schulen des Landes), verschiedenen Institutionen von Universitäten sowie Persönlichkeiten im Bereich Wissenschaft und Religion, im In- und Ausland, ist eine weitere Tätigkeit unseres Instituts. Darüber hinaus versuchen wir natürlich auch durch die Einstellung von qualifizierten Lehrkräften der jeweiligen Spezialfächer im Inland aber auch durch die Entsendung von Studenten ins Ausland die Qualität und den Umfang unserer Tätigkeit sowie unser eigenes Können zu verbessern. Dadurch versuchen wir natürliche auch ein stabiles wissenschaftliches Fundament zu errichten und darüber hinaus auch eine gut funktionierende Zusammenarbeit zu anderen Universitäten zu erreichen. In diesem Zusammenhang haben wir bereits Studenten in verschiedene Länder, wie z.B. Kanada, England, Österreich entsandt, die dort das Doktoratstudium absolvieren. Zu den in diesem Zusammenhang zu nennenden Universitäten zählen die Universitäten Mc Gill, Concordia, Binghamton, Manchester, Washington und Texas.

Wie schon erwähnt können wir unter den Menschen aller Nationen eine Sehnsucht nach geistigem Glück feststellen. Ich persönlich konnte dies bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen und auch Führungspersönlichkeiten in verschiedenen Ländern feststellen. Daneben wird zurzeit auch eine kulturelle Aggression gegen unser geliebtes islamisches Vaterland, aber auch gegen den Islam allgemein ausgeübt. Dazu ist natürlich festzustellen, dass heutzutage auch die notwendigen Kommunikationsmittel vorhanden sind. All diese Tatsachen stellen für uns einen abschließenden Beweis dahingehend dar, dass wir uns sowohl durch individuellen als auch gemeinsamen Einsatz darum bemühen müssen, unsere Erkenntnis über den Islam zu vertiefen und diese Erkenntnis auch anderen zu übermitteln. Dadurch können wir einen Beitrag dahingehend leisten, die heutige Welt, die im Bezug auf das geistige Wohl bzw. Glück einem Krisengebiet ähnelt, durch das Licht des Islam zum erstrahlen zu bringen. Die ist natürlich auch Beitrag dazu, die Grundlagen für die Erscheinung des eigentlichen Herrn dieser Welt, Imam Mahdi (a.s.), zu schaffen.

In diesem Zusammenhang begrüße ich die Hilfe aller wahrheitsliebenden Menschen, denen der Dienst an der Bevölkerung sowie der Schutz des Islam ein ernsthaftes Anliegen ist. Ich begrüße auch die Zusammenarbeit derjenigen, die sich durch den Festhalt am Islam zur Errettung der Menschheit einsetzen.

Qabas, die Homepage unseres Instituts, ist ein Online-Dienst, der eingerichtet wurde, damit wir unser Institut mit all seinen verschiedenen Abteilungen international bekannt machen und neue Beziehungen zu anderen Zentren schaffen. Dieser Online-Dienst ist darüber hinaus natürlich auch eine geeignete Möglichkeit, die zur oben genannten Zusammenarbeit und zu einer Annäherung der Herzen beitragen kann.


Ayatollah M. T. Mesbah Yazdi.